Die Chemie der Beziehungen

Die Anthropologin Helen Fischer über ihre Forschung zur Frage, wer zu wem passt.

Wie haben Sie in Ihrer Forschungstätigkeit den Sprung von persönlichen zu beruflichen Beziehungen geschafft?

Helen Fisher: Meine Forschungsarbeit über Persönlichkeitstypen hat ziemlich viel Aufsehen erregt, und Dave Labno, den ich damals noch nicht kannte, der aber später mein Geschäftspartner wurde, hörte ein Interview mit mir im National Public Radio. Daraufhin rief er mich an und sagte: "Eigentlich befasst du dich gar nicht mit Liebe, Helen, sondern mit Beziehungen." Mir wurde plötzlich klar, dass er recht hatte. Mein Fragebogen, mit dessen Hilfe Menschen herausfinden können, ob sie als Liebespaar zusammenpassen oder nicht, lässt sich auch auf Familienmitglieder, Freunde, Kollegen und Kunden anwenden. Dave war damals schon seit Jahren im Geschäftsleben tätig und kannte alle Persönlichkeitstests, die es auf dem Markt gab. Er hielt meinen Test für einen ganz neuen, bahnbrechenden Ansatz.

Warum ist dieser Persönlichkeitstest besser als andere Assessments wie beispielsweise Myers-Briggs oder der Big-Five-Test?

Fisher: Weil er auf den chemischen Vorgängen im Gehirn basiert. Für die Entwicklung dieses Tests arbeitete ich neurologische Untersuchungen durch und validierte den Test dann zusammen mit Kollegen anhand funktioneller Magnetresonanztomografien (fMRT).

http://www.harvardbusinessmanager.de/blogs/die-chemie-der-beziehungen-a-1149890.html