Karriere wollen alle, aber psst

Die nächste Beförderung, der nächste Titel - der klassische Aufstieg ist als streberhaft verpönt. Karriere geht heute anders, mehr gechillt und so. Und am wichtigsten: Sie darf nicht mehr so heißen.

Neulich hatte Sophie Gelegenheit, in die Gedankenwelt von Menschen einzutauchen, die ihr - Sophies - Unternehmen in Zukunft erfolgreich machen sollen: in die Welt von Bewerbern. Oder, wie es inzwischen heißt: Talenten. Denn von "Bewerbern" kann nicht wirklich die Rede sein, vor allem nicht in dem Sinn, dass Sophie mit irgendeinem Job in ihrer Recyclingfirma wedelt und ein Dutzend junger Menschen begeistert danach schnappt.

Natürlich wusste Sophie das schon, immerhin führt sie bereits seit fünf Jahren die Geschäfte des Unternehmens im Badischen. Längst bietet sie flexible Arbeitszeiten an, Fitnessstudio, Weiterentwicklung, wettbewerbsfähige Gehälter und vergisst in keinem Gespräch, auf die "intensive Feedback-Kultur" der Firma zu verweisen. Feedback ist den jungen Menschen wichtig, das hat Sophie schon oft gelesen.

Was den Talenten hingegen scheinbar gar nicht mehr wichtig ist, überraschte Sophie dann doch, und das nicht nur, weil es ein sehr zentraler Bestandteil ihrer "So attraktiv sind wir als Arbeitgeber"-Strategie ist: Der Begriff "Karriere", oder gar "Karriere machen", spielt im Denken der Talente offenbar keine Rolle mehr.

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