"Nur wer Fehler zulässt, kann Neues entwickeln"

Michael Otto hat den gleichnamigen Versandhändler einst fit für die digitale Welt gemacht. Im Interview spricht Otto über Fehlerkultur, den Graben zwischen Bevölkerung und Unternehmern und die Gefahr durch Donald Trump.

Wir reden viel über die Scheiter-Kultur, doch es bleibt meist theoretisch. Wie bekommen wir unser Denksystem verändert?

Es beginnt ja schon in der Art der Teamzusammenarbeit. Mir gefällt beispielsweise die Scrum-Methode. Da sagt nicht der Vorgesetzte, was zu machen ist. Sondern sie oder er gibt ein Ziel vor, und die Mitarbeiter überlegen und entscheiden selbst, wie sie das Ziel am besten erreichen. Schließlich haben sie oft bessere Kenntnisse als die Führungskräfte. Sie erarbeiten dann eigenständig Baustein für Baustein, und wenn Fehler gemacht werden, werden sie sofort korrigiert.

Wie etabliert man so etwas in traditionsreichen Unternehmen?

Am schwierigsten ist es für die mittlere Führungsebene. Denn der Vorstand will Kulturwandel, und die Mitarbeiter wollen mehr Verantwortung. Doch für Führungskräfte ist es nicht einfach, Verantwortung abzugeben. Wir machen dafür Workshops und Schulungen. Manchmal muss man dann auch Menschen austauschen, wenn sie nicht bereit sind, Veränderungen mitzugehen.

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