Vorbilder: Peter Drucker

Management-Gurus gibt es wie Sand am Meer. Aber nur ein Original.

Es ist nur eine leichte Übertreibung, zu behaupten, dass Peter Drucker zu den wenigen Personen in der jüngeren Geschichte zählt, die zwar kaum jemand kennt, ohne deren Denken und Modelle sich aber die moderne soziale Welt kaum erklären lässt. Er durchdrang die Prozesse des Organisierens, entwickelte eine Sprache dafür und suchte weltweit den Kontakt zu einflussreichen Unternehmenslenkern, die anfingen mit seinen Führungsmodellen zu experimentieren.

Der Wahl-Kalifornier mit Wiener Akzent und abendländischem Universalwissen entwickelte eine Managementtheorie, die mit dem morgendlichen Blick in den Spiegel beginnt. Wer andere führen will, muss sich zunächst selbst führen können. Jeder Vorgesetzte und jeder Wissensarbeiter muss zuerst lernen, „die eigenen, tieferen Beweggründe und Haltungen zu verstehen“. Druckers Führungsmodell beruht auf Wertschätzung, Vertrauen und Bescheidenheit.

Praktisch funktionieren Druckers radikal weitergedachte Managementmodelle bereits. Das zeigen Unternehmen mit flachen Hierarchien wie zum Beispiel W.L. Gore & Associates, HCL Technologies, Morningstar oder Buurtzorg. Ebenso moderne Produktions- und Dienstleistungsfirmen mit Gruppenarbeit und Hoshin Kanri – also die gemeinsame Formulierung und Durchsetzung von Zielen – die auf Peter Drucker und die von ihm beratenen Toyota-Manager zurückgehen. Auch große Teile des deutschen Mittelstands befinden sich schon auf dem Weg der Transformation. Wer wissen will, wohin das führt, kann bei Peter Drucker nachschlagen. ---

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