Frauen im Top-Management? So macht es Porsche

Diversität in einstiger Männerbastion: Die Anzahl weiblicher Führungskräfte in einem technischen Unternehmen innerhalb von vier Jahren verdoppeln? Bei Porsche hat es geklappt. Der Autobauer zeigt damit: Auch bei den unmöglichsten Herausforderungen hilft eine solide Strategie.

An Change-Prozessen kann man verzweifeln, man kann sich verzetteln, Ausreden finden, die Umstände verantwortlich machen. Oder man kann sich an eine Strategie halten. Ein großes Ziel vorgeben, gemeinsam starten, motivieren, durch- und nachhalten. Und damit fast Unmögliches möglich machen.

Zum Beispiel in der Automobilindustrie. Stellen Sie sich vor, Sie wären bei Porsche im Topmanagement und sollten den Frauenanteil erhöhen, am besten gleich um 50 Prozent. Mit weiblichen Führungskräften, die es im technischen Bereich ja angeblich gar nicht gibt. Und Männern, die sehr schnell angefasst reagieren, wenn sie das Wort Quote hören.

Was sicherlich eine Herausforderung darstellt, ist die Frage: Wollen denn auch alle qualifizierten Frauen Karriere machen? Da fallen einige gute Kräfte aus dem System heraus. Ich habe gute Frauen bei uns erlebt, die sich in einen Halbtagsjob zurückgezogen haben und nicht zwingend auf Karriere pochen. Es ist nicht nur die Arbeitszeit, es ist auch die Verantwortung in einer Führungsposition. Man macht sich auch in der Freizeit viele Gedanken, muss Menschen führen - das ist zeitintensiv, diesen Schritt möchte nicht jeder gehen. Wenn ihnen dann immer wieder zwei oder drei Kandidatinnen rausspringen, dann fehlen auf einmal Frauen, obwohl sie diese gern weiter gefördert hätten.

Dass Männer aus dem System rausgehen und auf den nächsten Karriereschritt verzichten, um sich stärker für die Familie engagieren, habe ich in meinem Umfeld selten erlebt.

http://www.harvardbusinessmanager.de/blogs/a-1135351.html